AWS Interconnect - last mile startet mit Equinix in der Vorschau: 1 Gbit/s kostenlos in zwei US-Regionen, vier redundante Verbindungen, MACsec nur zwischen AWS- und Equinix-Edge-Geräten, und keine Aussage, ob das 99,99-%-SLA in der Vorschau gilt
Am 4. November 2026 kündigte AWS AWS Interconnect - last mile als Vorschau mit Equinix an: Über die 282 Rechenzentren von Equinix wählt man in der Konsole Region, Bandbreite, Direct-Connect-Gateway und Fabric-One-Projekt-ID und schließt mit einem Aktivierungsschlüssel ab; vierfach redundante Kapazität über vier Verbindungen an zwei Standorten und standardmäßig MACsec zwischen AWS- und Equinix-Edge-Geräten. Die Vorschau bietet kostenlos 1 Gbit/s nur in US West (N. California, San Jose) und US East (N. Virginia), die Skalierung auf 100 Gbit/s folgt erst bei allgemeiner Verfügbarkeit. Die Ankündigung nennt ein 99,99-%-SLA, sagt aber nicht, ob es in der Vorschau gilt, und nennt weder Preis, Termin noch Verschlüsselung der ersten Meile. Das Handbuch gilt für alle Partner und nennt Lumen als Beispiel.
Am 4. November 2026 kündigte AWS in „What's New“ an, dass AWS Interconnect - last mile jetzt als Vorschau mit Equinix verfügbar ist. Laut Ankündigung lässt sich die eigene Infrastruktur über Equinix' weltweites Netz aus 282 Rechenzentren mit wenigen Klicks mit AWS verbinden. Es gibt verwaltete, private und ausfallsichere Verbindungen, ohne dass man Cross-Connects bestellen oder Router konfigurieren muss. Es ist eine Vorschau, keine allgemeine Verfügbarkeit, daher können sich Grenzen und Preise bis dahin ändern.
Zum Erstellen einer Verbindung wählt man in der AWS-Verwaltungskonsole eine AWS-Region, eine Bandbreite, ein Direct-Connect-Gateway und die Equinix-Fabric-One-Projekt-ID. AWS erzeugt einen Aktivierungsschlüssel, den man im Equinix-Fabric-One-Portal eingibt, um die Einrichtung abzuschließen; man kann auch vom Portal aus beginnen. AWS und Equinix richten im Voraus eine vierfach redundante Kapazität über zwei Standorte und vier getrennte Verbindungen ein, mit konfiguriertem BGP-Peering, VLANs und ASNs. Die Ankündigung sagt, jede Verbindung sei auf maximale Ausfallsicherheit ausgelegt und habe ein Verfügbarkeits-SLA von 99,99 %, und der Verkehr zwischen AWS- und Equinix-Edge-Geräten sei standardmäßig mit MACsec verschlüsselt. Ob das 99,99-%-SLA in der Vorschau gilt, sagt sie nicht, und die MACsec-Aussage betrifft die Strecke zwischen diesen Geräten; ob die erste Meile von Ihrem Standort zu Equinix verschlüsselt ist, bleibt offen.
Die Bedingungen der Vorschau sind konkret. Man kann 1-Gbit/s-Verbindungen von Interconnect - last mile kostenlos bestellen, und zwar nur an zwei Orten: in der Region US West (N. California) über den Metro-Bereich San Jose und in der Region US East (N. Virginia) über den Metro-Bereich Northern Virginia. Erst bei allgemeiner Verfügbarkeit lässt sich die Bandbreite in der Konsole von 1 auf bis zu 100 Gbit/s skalieren. Verbindungen lassen sich über die Konsole, die AWS CLI oder die API anlegen, und Partner können das offene API-Paket auf GitHub nutzen. Preis und Termin der allgemeinen Verfügbarkeit nennt die Ankündigung nicht.
Die Einstiegsseite des AWS-Interconnect-Benutzerhandbuchs ergänzt Ablauf und Voraussetzungen, ist aber Dokumentation für alle Last-Mile-Partner, mit Lumen als Beispiel, und nicht spezifisch für Equinix. Voraussetzungen sind ein AWS-Konto mit passenden IAM-Berechtigungen für Direct Connect und Interconnect, ein Direct-Connect-Gateway (vorhanden oder bei der Einrichtung angelegt) als Anschlusspunkt, eine bestehende Beziehung zu einem Last-Mile-Partner und Kundengeräte am entfernten Standort, die mit der Partner-Netzstruktur verbunden sind. In der Planung entscheidet man zwischen Virtual Private Gateway, Transit Gateway und Cloud WAN, wobei die ersten beiden regionale Dienste sind und Cloud WAN global ist, und prüft bestehende IP-Zuweisungen auf Konflikte. Das Handbuch nennt Bandbreitenstufen von 1, 2, 5, 10, 25, 50 und 100 Gbit/s; das widerspricht nicht der 1-Gbit/s-Grenze der Vorschau, die in der Ankündigung steht.
Das Handbuch beschreibt die Einrichtung aus zwei Richtungen. Beginnt man bei AWS, öffnet man in der Direct-Connect-Konsole Last mile Interconnect, wählt das Anlegen einer neuen Last-Mile-Verbindung, den Partner und den nächstgelegenen Interconnect-Metro-Bereich, benennt die Verbindung, wählt Bandbreite und Direct-Connect-Gateway und gibt die Konto-ID des Partners ein, die eine E-Mail-Adresse sein kann, wie bei Lumen, oder eine alphanumerische Zeichenfolge. AWS zeigt dann einen Aktivierungsschlüssel für das Partnerportal an. Beginnt man dagegen im Partnerportal, wählt man in der AWS-Konsole Accept last mile Interconnect, fügt den Aktivierungsschlüssel ein, benennt die Verbindung, wählt das Direct-Connect-Gateway und schließt ab. Laut Handbuch ist eine Verbindung in der Regel innerhalb der bei der Anforderung genannten Zeit betriebsbereit, und den Stand der Bereitstellung sieht man in der Direct-Connect-Konsole. Das ist der allgemeine Ablauf für Partner; für Equinix gelten die Fabric-One-Projekt-ID und das Portal aus der Ankündigung.
Das Handbuch erklärt außerdem, dass der gewählte Interconnect-Metro-Bereich die AWS-Region festlegt, also den Ort, an dem AWS und der Partner Infrastruktur gemeinsam betreiben und der Verkehr in das AWS-Netz eintritt. Nach dem Absenden der Anforderung richtet der Dienst vier Verbindungen zwischen vier Router-Paaren an zwei getrennten Last-Mile-Standorten ein, konfiguriert BGP, VLANs und ASNs automatisch, aktiviert standardmäßig 256-Bit-MACsec und bietet Ende-zu-Ende-Überwachung von Verfügbarkeit, Zustand, Latenz und Paketverlust. Weitere Angaben: IPv4 und IPv6 werden unterstützt, BGP dient dem dynamischen Routing und wird für Sie verwaltet, die MTU wird automatisch auf 8500 gesetzt, Jumbo Frames sind also standardmäßig an, die Optionen für die erste Meile hängen vom Partner ab, etwa Ethernet und MPLS, und eine Verbindung kann an ein Direct-Connect-Gateway angehängt werden, das bereits private oder Transit-virtuelle Schnittstellen hat.
Zusammen belegen die beiden offiziellen Texte einiges und lassen Lücken. Es ist eine Vorschau, das kostenlose 1 Gbit/s gibt es nur in zwei Metro-Bereichen zweier US-Regionen, das Design besteht aus vier Verbindungen über zwei Standorte, und MACsec ist zwischen den Geräten standardmäßig aktiv. Nicht genannt sind ein SLA in der Vorschau, Preis und Termin der allgemeinen Verfügbarkeit, die Verschlüsselung der ersten Meile und Partner jenseits von Equinix und dem Lumen-Beispiel. Ein Team, das eine Einführung prüft, sollte echten Verkehr über die kostenlose 1-Gbit/s-Verbindung testen und AWS bitten, die in der Vorschau geltenden Support- und SLA-Bedingungen zu bestätigen.
Sources
FAQ
Kostet AWS Interconnect - last mile in der Vorschau etwas?
Laut Ankündigung kann man in der Vorschau 1-Gbit/s-Verbindungen kostenlos bestellen, aber nur in die Region US West (N. California) über den Metro-Bereich San Jose und in die Region US East (N. Virginia) über den Metro-Bereich Northern Virginia. Die Skalierung auf 100 Gbit/s kommt mit der allgemeinen Verfügbarkeit, ohne Preis und Termin.
Gilt das Verfügbarkeits-SLA von 99,99 % auch in der Vorschau?
Die Ankündigung sagt es nicht. Sie nennt jede Verbindung auf maximale Ausfallsicherheit ausgelegt und mit einem Verfügbarkeits-SLA von 99,99 % versehen, bezeichnet den Dienst aber zugleich als Vorschau. Lassen Sie sich von AWS bestätigen, ob das SLA in der Vorschau gilt, und lesen Sie es weder als Zusage für diese Zeit noch als endgültige Bedingungen.
Deckt die standardmäßige MACsec-Verschlüsselung den ganzen Weg von meinem Standort zu Equinix ab?
Das steht nirgends. Die Ankündigung sagt, der Verkehr zwischen AWS- und Equinix-Edge-Geräten sei standardmäßig mit MACsec verschlüsselt, und das Handbuch verortet es zwischen AWS- und Partnergeräten am Interconnect-Standort. Ob die erste Meile von Ihrem Standort zu Equinix verschlüsselt ist, bleibt offen; bestätigen Sie es oder verschlüsseln Sie selbst.