Cloudflare ergänzt Analysen für persönliche Agenten und Zugriffsrichtlinien pro Agent, doch die Kontoansichten sind Early Access und der Beitrag nennt die unterstützten Agenten nicht
Am 4. November 2026 ergänzte Cloudflare Analysen und Zugriffsrichtlinien für persönliche Agenten: Security Analytics erhält eine Kategorie und ein Widget „Personal Assistants“ mit Pfaden, Statuscodes und Netzen je Agent, und in den Sicherheitseinstellungen lässt sich je unterstütztem Agenten Allow, Block on pages with ads oder Block wählen. Die Kontoansichten gehören zu Account Abuse Protection, das weiter Early Access ist; Nutzerkontext, Reputation und Verantwortlichkeit sind nur nächste Ziele. Der Beitrag nennt weder unterstützte Agenten noch Erkennungsgenauigkeit noch Tarife.
Am 4. November 2026 beschrieb der Cloudflare-Blog zwei Gruppen neuer Funktionen, mit denen Website-Betreiber „persönliche Agenten“ sehen und steuern können. Ein persönlicher Agent ist Software, die die Anweisungen einer Person in Anfragen und Aktionen auf Websites übersetzt, etwa Produkte vergleichen, Supportartikel suchen oder einen Kauf abschließen. Für eine Website sieht das alles wie automatisierter Verkehr aus. Der Beitrag argumentiert, vollständiges Blockieren könne Kunden kosten, während fehlendes Wissen darüber, welcher Agent was tut, die Einschätzung erschwert, ob der Verkehr nützt oder Risiken schafft. Es ist ein Produktbeitrag von Cloudflare selbst und enthält keine Ergebnisdaten.
Die erste Gruppe betrifft Analysen. In Security Analytics zeigt das Diagramm Bot Analysis neben Verified Bot, Likely Human, Likely Automated und Automated nun die neue Kategorie „Personal Assistants“, sodass dieser Verkehr allein im Zeitverlauf betrachtet werden kann. In Top statistics listet ein neues Widget Personal Assistants, welche Agenten die Website besuchen und wie viele Anfragen jeder sendet. Filtert man auf einen Agenten, zeigen alle anderen Widgets nur dessen Verkehr: angefragte Pfade, erhaltene Statuscodes und Herkunftsnetze. So lässt sich erkennen, ob ein Agent sich anmeldet, Produktseiten liest, den Checkout erreicht oder auf nicht nutzbaren Seiten Fehler erzeugt. Laut Beitrag führt Cloudflare das weltweit größte Verzeichnis verifizierter Bots und bringt dessen Wissen in die Verkehrsdetails, nennt aber keine Genauigkeit der Erkennung und listet die unterstützten Agenten nicht auf.
Für Websites, die Nutzerkonten schützen, beschreibt der Beitrag zudem Ansichten in Account Abuse Protection und sagt ausdrücklich, dieses Produkt sei derzeit im Early Access. Eine Übersicht zeigt, welche persönlichen Agenten unter den Nutzern aktiv sind und wie viele Konten sie verwenden. Jedes Anmelde- und Registrierungsereignis zeigt, ob ein persönlicher Agent die Anfrage stellte und welcher, und Betrugsteams können Konten nach KI-Assistenten-Ereignissen oder der Zahl der KI-Assistenten filtern. Die Kontoübersicht eines Nutzers listet die Agenten, die für das Konto handeln. Hält ein Analyst es für wahrscheinlich, dass ein Angreifer einen Agenten auf einem Konto nutzt, kann er eine WAF-Regel auf die gehashte Nutzer-ID des Kontos schreiben, ohne den Agenten für alle anderen zu blockieren. Diese Ansichten betreffen nur Kunden mit dem Early-Access-Produkt.
Die zweite Gruppe betrifft Zugriffsrichtlinien. Cloudflare führte diesen Sommer KI-Bot-Richtlinien ein, mit denen Websites Such-, Trainings- und Agentenverhalten getrennt festlegen. Der stützende Beitrag vom 1. Juli sagt, dass ab dem 15. September 2026 neue, bei Cloudflare angebundene Domains Trainings- und Agenten-Bots standardmäßig auf Seiten mit Werbung blockieren, während Suche erlaubt bleibt. Nun wird die bestehende Agents-Richtlinie um feine Optionen für unterstützte persönliche Agenten erweitert, und der Bereich heißt AI Crawler and Agent access policies. In den Sicherheitseinstellungen legt man eine allgemeine Agents-Richtlinie fest und wählt dann für jeden unterstützten persönlichen Agenten zwischen „Allow (do not block)“, „Block on pages with ads“ und „Block“. So kann die allgemeine Richtlinie „Block on pages with ads“ lauten, während ein willkommener Agent auf „Allow“ steht. Die bestehenden Such- und Trainingsrichtlinien bleiben unverändert. Dieselben Optionen gibt es beim Hinzufügen einer neuen Zone, wo Cloudflare fragt, ob die Seite mit Werbung Geld verdient, und die Empfehlung daran anpasst.
Der stützende Beitrag vom 1. Juli ergänzt zwei Punkte, die diese Richtlinien betreffen. Erstens werden ab dem 15. September Mehrzweck-Crawler, die Suche mit Training verbinden, nach der jeweils strengsten anwendbaren Regel für alle ihre Verhaltensweisen erlaubt oder blockiert, sodass Crawler wie Googlebot, Applebot und BingBot von Kunden blockiert werden, die Training blockieren. Zweitens stellte derselbe Beitrag BotBase vor, eine durchsuchbare Datenbank aller bekannten Bots einschließlich verifizierter Bots und Agenten für Enterprise-Bot-Management-Kunden, die damals nur Sichtbarkeit bot, Steuerungen waren für später im Jahr versprochen. Der Beitrag vom 4. November sagt nicht, ob die neuen Ansichten für persönliche Agenten auf BotBase beruhen oder wie unterstützte Agenten zu diesem Verzeichnis stehen; das sollte man nicht annehmen.
Der Beitrag schließt mit dem Hinweis, dass die Identität des Agenten nur ein Teil sei. Eine Website erkennt den Agenten womöglich, kennt aber nicht, was sie sonst über den Nutzer wüsste: ob er Kunde ist, was er dem Agenten erlaubt hat, ob er ein Abo hat oder welche Schutzmaßnahmen gelten sollen. Cloudflares nächstes Ziel sind datenschutzfreundliche Wege, Nutzerkontext durch einen Agenten zu tragen, die Reputation zu beurteilen und Verantwortlichkeit bei Problemen festzulegen. Das sind Pläne, der Beitrag nennt keinen Zeitplan.
Leser sollten Ausgeliefertes und Geplantes trennen. Ausgeliefert sind die neue Analysekategorie, das Widget und die dreistufige Richtlinie je unterstütztem Agenten. Im Early Access sind die Kontoansichten. Geplant sind Nutzerkontext, Reputation und Verantwortlichkeit. Der Beitrag nennt weder die unterstützten Agenten noch die Tarife mit diesen Funktionen; prüfen Sie das im eigenen Cloudflare-Dashboard, bevor Sie sich darauf verlassen.
Sources
FAQ
Kann man mit diesem Update für einzelne persönliche Agenten unterschiedliche Zugriffsregeln setzen?
Ja, aber nur für unterstützte persönliche Agenten. In den Sicherheitseinstellungen legt man eine allgemeine Agents-Richtlinie fest und wählt dann je unterstütztem Agenten Allow (do not block), Block on pages with ads oder Block. Der Beitrag listet die unterstützten Agenten nicht auf, prüfen Sie es im eigenen Dashboard.
Stehen die Agentenansichten auf Kontoebene allen Cloudflare-Kunden offen?
Die Kontoansichten für Agenten bei Anmeldungen, Registrierungen und Nutzerkonten gehören zu Account Abuse Protection, derzeit im Early Access. Der Beitrag beschreibt die Analysekategorie Personal Assistants, das Widget und Richtlinien pro Agent separat, nennt aber keine berechtigten Tarife oder Konten dafür. Kunden ohne Account Abuse Protection müssen die Verfügbarkeit für ihr Konto und ihren Tarif prüfen.
Verrät diese Veröffentlichung einer Website, was der Nutzer hinter dem Agenten erlaubt hat?
Nein. Laut Beitrag ist die Erkennung des Agenten nur ein Teil. Nutzerkontext durch den Agenten zu tragen, Reputation zu beurteilen und Verantwortlichkeit festzulegen, sind nächste Ziele, bei denen eine Website erführe, ob der Nutzer Kunde ist und was er erlaubt hat. Das sind Pläne ohne Zeitplan, man kann sich noch nicht darauf verlassen.