prompts.chat: Open-Source-Prompt-Bibliothek, Self-Hosting

Published · AI Daily — AI-assisted deep research, methodology & disclosure

prompts.chat, früher Awesome ChatGPT Prompts, ist eine kostenlose, quelloffene Community-Bibliothek für Prompts. Sie funktioniert mit ChatGPT, Claude, Gemini, Llama, Mistral und anderen großen Modellen. Nutzer können Prompts auf der Website durchsuchen, teilen und speichern. Die Inhalte werden automatisch mit GitHub synchronisiert und als CSV, Markdown und Hugging-Face-Datensatz bereitgestellt. Dazu gehören ein interaktives Buch zum Prompt Engineering mit über 28 Kapiteln, ein spielerisches Tutorial für Kinder sowie eine CLI, ein Claude-Code-Plugin und ein MCP-Server. Self-Hosting ist möglich, mit eigenem Branding und Theme, Anmeldung über GitHub, Google oder Azure AD und PostgreSQL-Speicher. Passend für Teams, die Prompts intern und datenschutzfreundlich verwalten wollen.

Hintergrund

prompts.chat startete als Awesome ChatGPT Prompts. Nach eigener Darstellung des Projekts entstand die Sammlung im Dezember 2022 und war die erste Prompt-Bibliothek ihrer Art. ChatGPT war gerade erst erschienen. Viele Menschen wussten nicht, wie sie dem Modell eine Aufgabe stellen sollten, und gute Formulierungen lagen verstreut in sozialen Netzwerken und privaten Notizen. Das Repository tat etwas Einfaches: Es sammelte von der Community erprobte Prompts an einem Ort, wo man sie suchen, kopieren und anpassen konnte.

Heute hat das Projekt mehr als 170.000 Sterne auf GitHub. Laut README berichtete Forbes darüber, Harvard und die Columbia University haben es zitiert, und es kommt auf mehr als 40 akademische Zitierungen. Der Datensatz gilt außerdem als der auf Hugging Face am häufigsten mit „Gefällt mir“ markierte. Mit der wachsenden Modellvielfalt folgte die Umbenennung in prompts.chat. Das Projekt nennt nun ausdrücklich ChatGPT, Claude, Gemini, Llama und Mistral als unterstützte Modelle.

Damit ist prompts.chat eine öffentliche Referenzbibliothek: kostenlos, quelloffen und von der Community gepflegt. Sie ist weder an ein einzelnes Modell gebunden noch ein kommerzieller Marktplatz. Einzelne Nutzer finden dort Anregungen. Teams können sie als Grundlage einer internen Wissensbasis nutzen, denn das Projekt liefert eine Self-Hosting-Variante gleich mit.

Tiefenanalyse

Das Projekt besteht aus vier Teilen. Der erste ist die Prompt-Bibliothek selbst. Nutzer durchsuchen, teilen und speichern Prompts auf der Website. Wer beitragen will, reicht einen Prompt über die Seite für neue Prompts ein. Der Inhalt wird automatisch mit dem GitHub-Repository synchronisiert, sodass die Dateien im Repository stets zur Website passen. Der zweite Teil ist der Datenzugang. Dieselben Inhalte erscheinen als prompts.csv, als PROMPTS.md und als Hugging-Face-Datensatz. Forschende können sie direkt auswerten, Entwickler für Feinabstimmung oder Retrieval-Experimente nutzen. Solche offenen Formate sind ein Grund, warum die Sammlung in wissenschaftlichen Arbeiten zitiert wird. Der dritte Teil ist Lernmaterial: ein interaktives Buch zum Prompt Engineering mit mehr als 28 Kapiteln. Es reicht von den Grundlagen bis zu Chain-of-Thought-Reasoning, Few-Shot-Learning und AI Agents. Der Quelltext liegt im Verzeichnis src/content/book. Dazu kommt ein spielerisches Tutorial für Kinder von 8 bis 14 Jahren, das mit Rätseln und Geschichten den Umgang mit KI vermittelt.

Der vierte Teil sind Integrationen: die CLI npx prompts.chat, ein Claude-Code-Plugin und ein MCP-Server. Im Remote-Modus genügt eine Adresse, lokal startet der Server über npx. Anders als statische Awesome-Listen verbindet das Projekt Website, Datensätze, Tutorials und Protokollschnittstelle. Menschen können Prompts lesen, Programme können sie abrufen. Wie hostet man prompts.chat selbst? Es gibt zwei Wege. Schnell geht es mit npx prompts.chat new my-prompt-library. Manuell klont man das Repository und führt npm install und npm run setup aus. Ein Assistent fragt Branding, Theme, Authentifizierung und Funktionsschalter ab. Zur Anmeldung stehen GitHub, Google und Azure AD bereit. Die Datenbank ist PostgreSQL, als gehosteten Dienst empfiehlt das Projekt Neon. Eigene Anleitungen für Self-Hosting und Docker liegen im Repository.

Branchenwirkung

Die wichtigste Veränderung: Ein Prompt wird vom losen persönlichen Trick zum gemeinsamen Gut, das sich suchen, zitieren und wiederverwenden lässt. Für die Entwickler-Community bedeutet ein offener Datensatz plus MCP-Schnittstelle, dass Werkzeuge Prompts wie Code-Abhängigkeiten abrufen können. Niemand muss sie mehr im Chatfenster kopieren und einfügen.

Für Engineering-Teams öffnet Self-Hosting mit Anmeldung über GitHub, Google oder Azure AD einen praktischen Weg. Ein Unternehmen kann eine private Prompt-Bibliothek aufbauen, Erfahrungen intern festhalten und geschäftsspezifische Formulierungen nicht an eine externe Plattform geben. Das Projekt richtet sich ausdrücklich an Teams und Einzelne, die Datenschutz wichtig nehmen. Buch und Kindertutorial sprechen eine andere Gruppe an: Sie tragen Prompt Engineering über einen kleinen Kreis von Spezialisten hinaus.

Die Risiken sind real. Die Qualität in einer öffentlichen Community-Sammlung schwankt. Ein Prompt, der bei einem Modell gut funktioniert, verhält sich bei einem anderen womöglich anders. Wer ihn unverändert übernimmt, erhält nicht zwingend das erwartete Ergebnis, und Tests bleiben nötig. Self-Hosting heißt außerdem, PostgreSQL und die Authentifizierung selbst zu betreiben. Dieser Aufwand darf nicht unterschätzt werden. Zudem gilt eine Doppellizenz, deren Bedingungen Unternehmen vor kommerzieller Nutzung lesen sollten.

Ausblick

Drei Fragen verdienen Aufmerksamkeit. Erstens: Gelingt es MCP-Server und Plugins, Prompts in den Arbeitsalltag einzubetten, sodass sie im Moment der Nutzung abgerufen werden? Dann wäre die Bibliothek kein Ort mehr, den man besucht, sondern ein Dienst, den Werkzeuge aufrufen. Die README beschreibt Plugin und MCP-Server nur knapp. Vor einem Produktiveinsatz sollten Teams deshalb die offizielle Dokumentation prüfen und den Umfang der Schnittstelle klären.

Zweitens: In welche Richtung entwickeln sich die Inhalte? Mit besseren Modellen könnte eine Prompt-Bibliothek stärker zu wiederverwendbaren Vorlagen und Skills tendieren. Ebenso denkbar ist mehr Lehrmaterial, das erklärt, warum ein Prompt funktioniert. Die Mischung aus 28 Kapiteln, Kinderkurs und roher Sammlung zeigt, dass das Projekt beide Wege offenhält.

Drittens: Wie bleibt die Governance bei dieser Größe tragfähig? Mit mehr als 170.000 Sternen und einer langen Liste von Mitwirkenden und Sponsoren ist die Community groß. Inhaltsprüfung und Qualitätsbewertung müssen mithalten. Wie Qualität derzeit beurteilt wird, beschreibt die README nicht. Für Teams, die Self-Hosting erwägen, ist ein kleiner Anfang sinnvoll: die Bibliothek per Docker aufsetzen, einen Anmeldeanbieter anbinden und eine begrenzte Zahl von Prompts importieren. Danach lässt sich messen, ob die gemeinsame Sammlung die Art verändert, wie Mitarbeitende Prompts schreiben.

Sources

FAQ

Was ist prompts.chat?

prompts.chat, früher Awesome ChatGPT Prompts, ist eine kostenlose, quelloffene Community-Bibliothek für Prompts. Sie funktioniert mit ChatGPT, Claude, Gemini, Llama, Mistral und anderen großen Modellen. Auf der Website lassen sich Prompts durchsuchen, teilen und speichern, und die Inhalte werden automatisch mit GitHub synchronisiert.

Warum ist prompts.chat für Entwickler und Teams wichtig?

prompts.chat macht verstreute Prompt-Tipps zu einer gemeinsamen öffentlichen Ressource. Das Projekt veröffentlicht seine Inhalte als CSV, Markdown und Hugging-Face-Datensatz und unterstützt Self-Hosting. So können Teams eine interne Prompt-Bibliothek in einer Umgebung aufbauen, die sie selbst kontrollieren, und Geschäftsdaten schützen.

Worauf sollte ich vor dem Einsatz von prompts.chat achten?

Vor dem Einsatz von prompts.chat sollten Sie jeden Prompt mit Ihrem eigenen Modell testen, denn laut Artikel schwankt die Qualität und die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Modell. Self-Hosting erfordert eigene Pflege von PostgreSQL und Authentifizierung. Das Projekt nutzt eine Doppellizenz: Lesen Sie die Bedingungen vor kommerzieller Nutzung und prüfen Sie die offizielle Dokumentation zu Plugin und MCP.