NVIDIA und Microsoft starten den Windows-PC neu: RTX-Spark-Notebooks vorbestellbar, MXC schützt KI-Agenten

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Auf einem Microsoft-Event in San Francisco kündigten Jensen Huang und Satya Nadella am 7. Oktober an, Hardware und Software gemeinsam zu entwickeln, damit KI-Agenten auf Windows-PCs laufen. Microsoft stellt Microsoft Execution Containers (MXC) allgemein bereit. NVIDIA startet die Vorbestellung der RTX-Spark-Notebooks mit Marktstart am 16. Oktober, Kompakt-Desktops folgen im November. Zudem gab es eine Vorschau auf DGX Station für Windows.

Was angekündigt wurde

Am Mittwoch, dem 7. Oktober, veranstaltete Microsoft in den Dogpatch Studios in San Francisco ein Windows-AI- und Surface-Event. NVIDIA-Gründer und CEO Jensen Huang und Microsoft-CEO Satya Nadella führten ein Kamingespräch, moderiert von Sriram Krishnan, einem früheren leitenden KI-Politikberater des Weißen Hauses.

Beide Unternehmen sagen, sie entwickelten Hardware und Software gemeinsam, damit KI-Agenten auf Windows-PCs laufen. Huang zeichnete die jahrzehntelange Beziehung von NVIDIA zu Windows nach: „Ohne Windows gäbe es kein GeForce.“ Ein Agent auf dem eigenen Rechner werde zum persönlichen Assistenten. Nadella würdigte Huangs beständige Vision, die zu diesem Moment führe.

Microsofts Beitrag: MXC allgemein verfügbar

Pavan Davuluri, EVP für Windows und Geräte, stellte die Windows-Neuerungen für das Zeitalter der Agenten vor. Im Zentrum steht Microsoft Execution Containers (MXC), jetzt allgemein verfügbar. Es ist eine Infrastruktur auf Betriebssystemebene, die Agenten sicher und dauerhaft im Hintergrund unter Kontrolle des Systems laufen lässt. Davuluri sagte, diese Bausteine würden direkt in Windows gebaut, damit Agenten abgesichert, beobachtet und gesteuert werden können, gemeinsam mit Microsoft Security und Agent 365. Nadella ergänzte, der Desktop müsse der sicherste Ort für die Ausführung von Agenten werden. Huang verglich: So wie Windows und DirectX die Entwicklung von Anwendungen verändert hätten, werde MXC die Entwicklung und Bereitstellung von Agenten verändern.

Technisch wandert die Sicherheitsgrenze von der Sandbox jeder einzelnen App ins Betriebssystem. Ein dauerhaft laufender Agent liest Dateien, ruft Anwendungen auf und nutzt das Netzwerk. Seine Angriffsfläche ist deutlich größer als die einer einzelnen Chat-Anfrage. Wenn Isolation, Audit und Richtlinien auf Systemebene liegen, kann die Unternehmens-IT Agenten mit bekannten Werkzeugen steuern.

NVIDIAs Beitrag: RTX Spark

Bei der Hardware steht RTX Spark im Mittelpunkt. Laut NVIDIA bringt es den vollständigen NVIDIA-KI-Stack in Windows-Notebooks und Kompakt-Desktops. Die Vorbestellung der Notebooks startete am Tag des Events, verfügbar sind sie ab dem 16. Oktober. Die Kompakt-Desktops folgen im November. RTX Spark kombiniert eine Blackwell-RTX-GPU mit bis zu 6.144 Kernen und eine Grace-CPU mit bis zu 20 Kernen, verbunden mit 600 GB/s. Es bietet ein Petaflop FP4-KI-Leistung und bis zu 128 GB Unified Memory. NVIDIA sagt, Modelle wie Qwen 3.8 Flash Next ließen sich lokal ausführen. Die Quelle beschreibt es als 125-Milliarden-Modell mit 51 Milliarden n-Gramm, das die Intelligenz vieler Cloud-Modelle erreiche, ohne Abrechnung nach Verbrauch und ohne Daten in die Cloud zu senden. Diese Zahlen sind Herstellerangaben, unabhängige Tests stehen noch aus.

Softwareseitig läuft die komplette CUDA-Plattform. Modelle, Werkzeuge und Workflows lassen sich ohne Umschreiben von RTX Spark auf DGX Station übertragen. Kreative erhalten Tensor Cores der fünften Generation mit NVFP4, hardwarebeschleunigtes AV1 sowie 4:2:2-Video-Encoding und -Decoding. Für Spieler nennt NVIDIA über 100 Bilder pro Sekunde bei 1440p in AAA-Titeln mit DLSS 5, Reflex und G-SYNC. Die Kompaktversion ist für den Dauerbetrieb rund um die Uhr gedacht, als dediziertes lokales KI-System, das Agenten ständig am Laufen hält.

Das Geräte-Ökosystem

Davuluri stellte das um RTX Spark gebaute Surface Laptop Ultra vor.

Mit bis zu 128 GB Unified Memory und bis zu einem Petaflop KI-Rechenleistung lassen sich Modelle ausführen, die auf einen herkömmlichen Rechner nicht passen. Systeme kommen von Acer, ASUS, Dell, HP, Lenovo, Microsoft, MSI und Gigabyte, vom schlanken Notebook bis zum Kompakt-Desktop für dauerhaft laufende Agenten.

DGX Station für Windows

Gezeigt wurde außerdem eine Vorschau auf NVIDIA DGX Station for Windows, laut NVIDIA der erste KI-Supercomputer für den Arbeitsplatz, der KI-Infrastruktur der GB300-Grace-Blackwell-Klasse in das Windows-Ökosystem bringt. Er nutzt den GB300 Grace Blackwell Ultra Desktop Superchip mit 748 GB kohärentem Speicher und bis zu 20 petaFLOPS FP4-KI-Rechenleistung, genug für Modelle bis in den Bereich von einer Billion Parametern lokal.

Bisher lief DGX Station unter Linux. Da die große Mehrheit der Fortune-500-Unternehmen auf Windows standardisiert ist, mussten Entwickler entweder zu Linux wechseln oder auf Windows mit begrenzter Hardware arbeiten. Die neue Version erlaubt dauerhaft laufende Agenten, die direkt mit vorhandenen Windows-Anwendungen verbunden sind, sowie Feinabstimmung und Inferenz großer Modelle auf dem Hauptrechner. Linux-KI-Toolchains bleiben über WSL verfügbar. Das Produkt ist vorerst eine Vorschau.

Einordnung

Für Entwickler senkt ein durchgängiger CUDA-Stack vom Notebook bis zum Arbeitsplatz-Supercomputer die Migrationskosten. Für die Unternehmens-IT bieten MXC und Agent 365 einen gemeinsamen Steuerungspunkt, der oft entscheidender ist als reine Rechenleistung.

Offen bleiben Preise, Stromverbrauch und Akkulaufzeit, und alle Leistungswerte stammen vom Hersteller. Die ersten Auslieferungen am 16. Oktober und die Desktops im November sind die ersten Prüfsteine.

Sources