Gartner Predicts: Over Half of Enterprises Will Shift from Assistive AI to Outcome-Focused AI Workflows by 2028

Gartner predicts by 2028, over half of enterprises will shift from assistive AI (copilots, advisors) to outcome-focused workflow platforms where AI autonomously executes tasks. Meanwhile, 60% of US or

Hintergrund

Die jüngsten Prognosen des Analystenhauses Gartner markieren einen entscheidenden Wendepunkt in der Evolution der Enterprise-Künstlichen Intelligenz. Demnach wird mehr als die Hälfte aller Unternehmen bis zum Jahr 2028 die Ära der assistiven KI, repräsentiert durch Copilots und intelligente Berater, hinter sich lassen und vollständig auf ergebnisorientierte KI-Workflows umsteigen. Dieser Wandel ist weit mehr als eine bloße technologische Iteration; er stellt eine fundamentale Verschiebung der Erwartungshaltung dar. Während Unternehmen in den vergangenen Jahren KI primär als Werkzeug zur Steigerung der menschlichen Effizienz betrachteten – also als Assistant, der Code generiert, Entwürfe verfasst oder Daten analysiert, aber stets unter menschlicher Aufsicht agiert – ändert sich dieses Paradigma drastisch. Die neue Generation der KI-Anforderungen geht über die reine Informationsbereitstellung hinaus. Unternehmen erwarten nun, dass KI-Systeme in der Lage sind, autonome Entscheidungen zu treffen, komplexe Workflows in bestehenden ERP-, CRM- und Supply-Chain-Systemen auszuführen und messbare Geschäftsergebnisse zu liefern.

Ein zentrales Element dieser Entwicklung ist die Abkehr von der reinen Empfehlungsfunktion hin zur operativen Ausführung. Bisherige assistive Modelle stoßen an ihre Grenzen, da sie zwar die Produktivität einzelner Mitarbeiter steigern können, aber nicht in der Lage sind, geschäftliche Prozesse vollständig zu automatisieren. Die neue Zielsetzung besteht darin, KI so tief in die Geschäftslogik zu integrieren, dass sie Zustände autonom wahrnimmt, Risiken bewertet und spezifische Aktionen auslöst. Ein konkretes Beispiel hierfür ist die Logistik: Anstatt dass ein Analyst einen Risikobericht über Lieferkettenstörungen erstellt und dieser dann manuell bearbeitet wird, soll die KI im neuen Modell automatisch Einkaufsbestellungen anpassen oder Routen neu planen. Dies transformiert die KI von einem passiven Instrument in einen aktiven Teilnehmer am Geschäftsprozess, was weitreichende Konsequenzen für die Definition von Verantwortung, Berechtigungsstrukturen und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine nach sich zieht.

Tiefenanalyse

Die technische und architektonische Transformation, die dieser Prognose zugrunde liegt, erfordert einen fundamentalen Umbau der KI-Anwendungslandschaft. Assistive KI-Systeme basieren derzeit noch stark auf Prompt-Engineering und Kontextfenstern, wobei die Ausgabe oft mit Unsicherheiten behaftet ist und eine intensive menschliche Validierung erfordert. Dies ist insbesondere in regulierten Branchen wie dem Finanz- oder Gesundheitswesen ein signifikantes Hindernis für die Skalierung. Im Gegensatz dazu stützen sich ergebnisorientierte Workflows auf komplexe Agenten-Architekturen. Diese Systeme integrieren Module für Planung, Gedächtnis, Tool-Call-Funktionen und Selbstreflexion. Sie müssen in der Lage sein, geschäftliche Regeln zu verstehen, mehrstufige Aufgaben zu zerlegen und ihre eigenen Ergebnisse auf Korrektheit zu überprüfen. Diese technische Reife wird durch Fortschritte in der Modellentwicklung sowie durch Infrastrukturen wie das Model Context Protocol (MCP) und Frameworks wie LangGraph ermöglicht, die autonome Workflows technisch erst machbar machen.

Parallel zur technologischen Verschiebung vollzieht sich ein radikaler Wandel im Geschäftsmodell der Softwareanbieter. Der traditionelle Ansatz, Software nach Anzahl der Sitzungen (Seats) zu lizenzieren, weicht zunehmend Modellen, die am Ergebnis oder an den eingesparten Kosten orientiert sind. Unternehmen sind nicht länger bereit, nur für die „Intelligenz“ oder die Generierung von Vorschlägen zu bezahlen, sondern für den nachweisbaren Nutzen, wie etwa die Reduktion von Bearbeitungszeiten oder die Vermeidung von Fehlern. Diese neue Wertschöpfungslogik stellt extrem hohe Anforderungen an die Zuverlässigkeit, Interpretierbarkeit und Sicherheit der KI-Systeme. Da autonome KI-Fehler direkte finanzielle Verluste oder Compliance-Verstöße verursachen können, müssen Unternehmen neue technische Stacks aufbauen. Dazu gehören robuste Workflow-Orchestrierungsmotoren, strikte Berechtigungsisolierungen, lückenlose Audit-Trails sowie klare Schnittstellen für menschliche Eingriffe, um die Kontrolle über autonome Prozesse zu gewährleisten.

Branchenwirkung

Die Auswirkungen dieser Prognose auf die Wettbewerbslandschaft der IT-Branche sind enorm und werden die Positionen etablierter Anbieter sowie die Überlebenschancen von Startups neu definieren. Für Software-Giganten wie Salesforce, SAP und Oracle reicht es in Zukunft nicht mehr aus, ihre bestehenden Produkte lediglich um Chatbot-Funktionen zu erweitern. Sie müssen ihre Kerngeschäftslogik tiefgreifend mit autonomen KI-Fähigkeiten verknüpfen, um End-to-End-Automatisierungslösungen anzubieten. Startups, die sich auf isolierte Chatbot-Oberflächen spezialisieren, sehen sich unter enormem Druck, da der Markt zunehmend Wert auf die direkte Treiberwirkung der KI auf Geschäftsergebnisse legt. Unternehmen ohne nachweisbare Automatisierungskraft werden wahrscheinlich vom Markt verdrängt. Gleichzeitig wird die Nachfrage nach leistungsfähiger Cloud-Infrastruktur und spezialisierten KI-Chips weiter ansteigen, da autonome Workflows höhere Anforderungen an Latenzzeiten und parallele Verarbeitungskapazitäten stellen als rein assistive Systeme.

Auch die Arbeitswelt und die Personalstrategie stehen vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Natur der Arbeit in Unternehmen wird sich wandeln: Routineaufgaben mit klaren Regeln werden zunehmend vollständig von KI übernommen. Humanressalen müssen sich darauf einstellen, dass die Rolle der Mitarbeiter sich von der operativen Ausführung hin zur Überwachung, Ausnahmebehandlung und strategischen Entscheidungsfindung verschiebt. Dies erfordert einen Wandel in den erforderlichen Kompetenzen weg von reinen操作sfähigkeiten hin zu Urteilsvermögen und der Fähigkeit zur effektiven Zusammenarbeit mit KI-Systemen. Zudem könnten Gewerkschaften und HR-Abteilungen gezwagt sein, Jobprofile und Verantwortlichkeiten neu zu definieren, um den sozialen und rechtlichen Implikationen autonomer KI-Entscheidungen gerecht zu werden. Unternehmen mit tiefem Branchenwissen (Know-how) und hochwertigen, strukturierten Daten werden dabei einen klaren Wettbewerbsvorteil genießen, da ergebnisorientierte KI stark von der präzisen Abbildung spezifischer Geschäftsprozesse abhängt.

Ausblick

Für die Zukunft bedeutet dies, dass Unternehmen nicht länger abwarten können, sondern jetzt mit der Vorbereitung auf diese Transformation beginnen müssen. Gartner empfiehlt einen dreistufigen Ansatz: Zunächst (bis 2027) wird die assistive KI weiter ausgebaut, wobei der Mensch weiterhin alle Entscheidungen trifft. In der zweiten Phase (2027-2028) wird die Ausführung delegiert, wobei die KI innerhalb definierter Grenzen autonom handelt und der Mensch nur nachträglich prüft. Ab 2028 bis 2030 soll dann die Phase der vollständigen autonomen Workflows erreicht sein, in der die KI gesamte Geschäftsprozesse plant und ausführt, während der Mensch Ziele setzt und Ausnahmen verwaltet. Um diesen Weg erfolgreich zu gehen, müssen Unternehmen zunächst Prozesse identifizieren, die sich für die Automatisierung eignen – also solche mit hoher Wiederholungsrate, klaren Regeln und hoher Fehlerverzeihung. Gleichzeitig ist der Aufbau einer robusten Dateninfrastruktur unerlässlich, da die Qualität der KI-Ergebnisse direkt von der Qualität der Eingabedaten abhängt.

Ein weiterer kritischer Erfolgsfaktor ist die Etablierung neuer Governance-Rahmenwerke. Unternehmen müssen klar definieren, welche Befugnisse die KI besitzt, wie menschliche Eingriffsschwellen aussehen und wie die Auditierbarkeit von KI-Entscheidungen gewährleistet wird. Die Messung des Return on Investment (ROI) muss ebenfalls revolutioniert werden; statt nur auf Effizienzsteigerungen zu achten, sollten Metriken wie Aufgabenabschlussraten, Reduktion der Fehlerquote und tatsächlich eingesparte Arbeitsstunden im Vordergrund stehen. Trotz der optimistischen Prognose von Gartner bleibt festzuhalten, dass aktuell noch 60 Prozent der US-Unternehmen in der frühen Experimentierphase stecken. Diese enorme Kluft zwischen Vision und Realität zeigt, dass der Weg zur autonomen KI lang und mit vielen Hürden verbunden ist. Unternehmen sollten daher nicht blind dem Hype folgen, sondern eine phasenweise Roadmap entwickeln, die ihre spezifischen Datenreife und technischen Kapazitäten berücksichtigt. Nur wer diese strukturellen und kulturellen Herausforderungen proaktiv angeht, wird in der neuen Ära der ergebnisorientierten KI wettbewerbsfähig bleiben.