EU-Parlament: Hochrisiko-KI-Systeme auf 2027 verschoben

Published 2026-03-27 · AI Daily — AI-assisted deep research, methodology & disclosure

Im März 2026 hat das Europäische Parlament seine Verhandlungsposition zur digitalen Omnibus-Vereinfachung des KI-Gesetzes angenommen und die Compliance-Frist für Hochrisiko-KI-Systeme von August 2026 auf August 2027 verschoben. Diese wichtige Anpassung zielt darauf ab, die immense Compliance-Belastung für KMU zu lindern, deren Kosten auf 500.000 bis 2 Millionen Euro geschätzt werden. Angesichts der Verzögerungen bei der technischen Normung durch europäische Standardisierungsgremien und des intensiven Wettbewerbsdrucks aus den USA und China will die EU ihre Wettbewerbsfähigkeit durch erweiterte regulatorische Sandboxes und vereinfachte Verfahren für KMU stärken. Diese Position bedarf der endgültigen Bestätigung durch Trilogverhandlungen mit dem Rat und markiert eine neue Phase pragmatischer Anpassungen in der globalen KI-Regulierung.

EU-Parlament

verabschiedet Verhandlungsposition zum „Digital Omnibus Simplification Act": Hochrisiko-KI-Systeme auf 2027 verschoben #

Legislativer Hintergrund

Im März 2026 hat das Europäische Parlament seine Verhandlungsposition zum „Digital Omnibus Simplification Act" des KI-Gesetzes formell angenommen. Die bedeutendste Änderung ist die Verschiebung der Compliance-Anforderungen für Hochrisiko-KI-Systeme auf 2027, was den Versuch der EU widerspiegelt, technologische Innovation und regulatorische Belastung in Einklang zu bringen. Das EU-KI-Gesetz, die weltweit erste umfassende KI-Regulierung aus 2024, verwendet einen risikobasierten Regulierungsrahmen: KI-Systeme mit inakzeptablem Risiko sind vollständig verboten, Hochrisiko-KI-Systeme müssen strenge Transparenz-, Datengovernance- und menschliche Aufsichtsanforderungen erfüllen. #

Gründe

für die Verschiebung Die Verschiebung hat multiple Ursachen. Erstens die als prohibitiv hoch eingeschätzten Compliance-Kosten — laut DIGITALEUROPE zwischen 500.000 und 2 Millionen Euro für KMU. Zweitens die Verzögerungen bei der Entwicklung technischer Standards. Drittens der verschärfte internationale Wettbewerbsdruck, da die USA die KI-Regulierung gelockert und China die KI-Industrialisierung beschleunigt haben. #

Wesentliche Änderungen Die

Anpassungen umfassen die Verschiebung der Compliance-Frist von August 2026 auf August 2027, die Erweiterung des „regulatorischen Sandkasten"-Programms, vereinfachte Compliance-Verfahren für KMU und klarere Regulierungsstandards für allgemeine KI-Modelle (GPAI). #

Reaktionen und Ausblick

Die europäische Tech-Branche begrüßte die Entscheidung weitgehend. Digitale Rechteorganisationen wie EDRi kritisierten die Verschiebung als Kompromiss zugunsten von Unternehmensinteressen. Die Verhandlungsposition muss noch in Trilog-Verhandlungen mit dem EU-Rat erörtert werden, eine endgültige Einigung wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet. Die Verschiebung bietet Start-ups eine wichtige Entwicklungschance, birgt aber auch Risiken fuer den Verbraucherschutz waehrend der regulatorischen Luecke. Besonders in sensiblen Bereichen wie medizinischer Diagnostik und Kreditbewertung.

Sources