Ericsson and Forschungszentrum Jülich to Develop Advanced AI for 6G Networks Using Europe's First Exascale Supercomputer
Der schwedische Telekommunikationsriese Ericsson und das deutsche Forschungszentrum Jülich haben im März 2026 eine Partnerschaft angekündigt, um JUPITER, Europas ersten Exascale-Supercomputer, für die Entwicklung fortschrittlicher KI für 6G-Netzwerke zu nutzen. Der Fokus der Zusammenarbeit liegt auf „hirninspiriertem Computing", um neuronale Netzwerkparadigmen auf das intelligente Netzwerkmanagement anzuwenden und große KI-Modelle für die Echtzeit-Optimierung von 6G zu trainieren. Diese Initiative zielt darauf ab, die Führungsposition Europas bei der Standardisierung von 6G zu sichern und Lücken im kommerziellen KI-Bereich zu schließen.
Strategische
Partnerschaft zwischen Ericsson und dem Forschungszentrum Jülich: Exascale-Supercomputer JUPITER treibt 6G-KI-Konvergenz voran #
Einleitung: Eine historische Verschmelzung von Supercomputing und Telekommunikation
Im März 2026 gaben der schwedische Telekommunikationsriese Ericsson und das deutsche Forschungszentrum Jülich eine strategische Partnerschaft bekannt, um JUPITER, Europas ersten Exascale-Supercomputer, für die gemeinsame Entwicklung von Technologien der künstlichen Intelligenz für 6G-Netzwerke zu nutzen. Diese Zusammenarbeit markiert eine tiefgreifende Verschmelzung von Supercomputing und Telekommunikations-Netzwerkforschung und signalisiert, dass die nächste Generation der Mobilkommunikation grundlegend von KI-gesteuerter Innovation abhängen wird. JUPITER nahm Ende 2024 am Jülich Supercomputing Centre seinen Betrieb auf und liefert eine Spitzenleistung von über 1 Exaflop (10^18 Gleitkommaoperationen pro Sekunde), was ihn zum leistungsstärksten Supercomputer Europas macht. Basierend auf NVIDIAs Grace Hopper Superchip-Architektur mit etwa 24.000 GPU-Beschleunigern ist das System speziell für großangelegtes KI-Training und wissenschaftliche Simulation konzipiert. #
Technische Spezifikationen von JUPITER
JUPITER ist eines der Flaggschiffprojekte des EuroHPC Joint Undertaking mit einer Gesamtinvestition von über 500 Millionen Euro: - **Spitzenleistung**: Über 1 Exaflop (FP64-Präzision), KI-Inferenzleistung bis zu 93 Exaflops (FP8-Präzision) - **GPU-Anzahl**: Etwa 23.762 NVIDIA GH200 Grace Hopper Superchips - **Gesamtspeicher**: Über 1,5 PB HBM3-Hochbandbreitenspeicher - **Speichersystem**: Hierarchische Speicherarchitektur mit einer Gesamtkapazität von über 100 PB - **Netzwerk**: NVIDIA Quantum-2 InfiniBand-Netzwerk mit 400 Gb/s Bandbreite - **Energieeffizienz**: Warmwasserkühlungssystem mit über 40% verbesserter Energieeffizienz #
Gehirn-inspiriertes Computing und Intelligenz der Kommunikationsnetze Eine der zentralen Forschungsrichtungen dieser Partnerschaft ist das „Brain-Inspired Computing", das sich an der neuronalen Netzwerkstruktur und den Informationsverarbeitungsmechanismen des menschlichen Gehirns orientiert, um neuartige KI-Algorithmen und Rechenarchitekturen zu entwickeln. **Spiking Neural Networks (SNNs)**: Diese Netzwerke simulieren die Impulssignalübertragungsmechanismen biologischer Neuronen und ermöglichen ultraenergiearme Edge-Intelligenz-Inferenz.
In Basisstationen können SNNs Strahlmanagement und Benutzerplanung im Millisekundenbereich durchführen und dabei nur ein Hundertstel der Energie herkömmlicher GPU-Inferenz verbrauchen. **Neuromorphe Chiparchitekturen**: Entwicklung spezialisierter Kommunikations-KI-Chips, die neuromorphes Computing in Basisstations- und Kernnetzausrüstung integrieren. Diese Chips verarbeiten Netzwerkdaten ereignisgesteuert und reduzieren den statischen Stromverbrauch erheblich. **Föderiertes Lernen und verteilte Intelligenz**: Nutzung der parallelen Rechenkapazitäten von JUPITER zur Simulation großer verteilter Lernszenarien, um zu erforschen, wie Tausende von Basisstationen unter Wahrung der Privatsphäre der Nutzer kooperativ lernen und Netzwerkparameter optimieren können. #
Die KI-native Architekturvision für 6G-Netzwerke 6G-Netzwerke sollen voraussichtlich um 2030 kommerziell eingesetzt werden, und die Branche positioniert sie weithin als „KI-native Netzwerke".
Im Gegensatz zur 5G-Ära, in der KI hauptsächlich als Hilfswerkzeug diente, wird die Kernarchitektur von 6G KI-Fähigkeiten von der Entwurfsphase an tief integrieren. **Spektrummanagement**: Mit der Einführung von Terahertz-Frequenzbändern (THz) werden die verfügbaren Spektrumressourcen dramatisch zunehmen, aber die Signalausbreitungseigenschaften werden auch komplexer. KI-gesteuerte dynamische Spektrumzuweisungssysteme müssen elektromagnetische Umgebungen in Echtzeit erfassen und die Spektrumteilung koordinieren. **Strahlmanagement**: 6G-Netzwerke werden voraussichtlich ultra-massive MIMO-Antennenfelder einsetzen, wobei die Strahlanzahl Hunderte oder sogar Tausende erreichen kann. KI-basiertes Strahlmanagement ermöglicht prädiktives Strahlumschalten und adaptive Strahlformung. **Network Slicing**: Die Netzwerkschnitt-Technologie wird in der 6G-Ära einen qualitativen Sprung erleben, mit vollständig autonomem intelligentem Slice-Management basierend auf Echtzeit-Serviceanforderungen. #
Europas
strategische Position im 6G-Wettlauf Diese Partnerschaft spiegelt auch Europas strategische Überlegungen im globalen 6G-Technologiewettlauf wider. Die USA, China, Südkorea und Japan beschleunigen alle ihre 6G-Forschung und -Entwicklung. Europas Vorteil liegt in seiner tiefen Tradition der Grundlagenforschung und seinen starken industriellen Fähigkeiten. Ericsson und Nokia als zwei der weltweit führenden Telekommunikationsausrüster halten Kernpatente in drahtlosen Kommunikationstechnologien. Das EuroHPC-Programm bietet Europa eine erstklassige Supercomputing-Infrastruktur. Das Horizon Europe Rahmenprogramm der EU hat über 900 Millionen Euro für 6G-Forschung bereitgestellt, wobei Flaggschiffprojekte wie „Hexa-X-II" von Ericsson geleitet werden. #
Industrielle Auswirkungen und Marktausblick
Aus industrieller Perspektive wird die Konvergenz von Supercomputing und Telekommunikation neue Geschäftsmodelle und industrielle Ökosysteme hervorbringen. Zukünftige Telekommunikationsbetreiber müssen möglicherweise eigene KI-Trainingsinfrastruktur aufbauen oder über Cloud-Dienste auf Supercomputing-Kapazitäten zugreifen. Der globale 6G-Markt wird zwischen 2030 und 2040 voraussichtlich mehrere Billionen Dollar erreichen. #
Fazit Die
Partnerschaft zwischen Ericsson und dem Forschungszentrum Jülich steht für eine historische Konvergenz dreier Spitzendomänen: Supercomputing, künstliche Intelligenz und Kommunikationstechnologien der nächsten Generation. JUPITERs formidable Rechenleistung wird als Beschleuniger für technologische 6G-KI-Durchbrüche dienen, während bahnbrechende Forschungsrichtungen wie das gehirn-inspirierte Computing versprechen, das Intelligenzniveau von Kommunikationsnetzen grundlegend zu transformieren. In einem sich verschärfenden globalen 6G-Wettlauf sichert diese Partnerschaft Europa einen wertvollen technologischen Vorsprung.
Sources
FAQ
Was sind die technischen Spezifikationen von JUPITER und wie unterstützt er die 6G-Netzwerk-Forschung?
JUPITER ist Europas erster Exascale-Supercomputer mit einer Spitzenleistung von über 1 Exaflop (FP64) und einer KI-Inferenzleistung von 93 Exaflops (FP8). Er verfügt über etwa 23.762 NVIDIA GH200-Chips und über 1,5 PB HBM3-Speicher. Er unterstützt die 6G-Forschung durch Simulation komplexer drahtloser Kommunikationsumgebungen in beispiellosem Maßstab, Training von Spektrummanagement-KI-Systemen und Entwicklung gehirn-inspirierter Rechenalgorithmen.
Welche konkreten Anwendungsrichtungen hat das gehirn-inspirierte Computing in 6G-Netzwerken?
Es gibt drei Hauptrichtungen: Spiking Neural Networks (SNNs) für Strahlmanagement im Millisekundenbereich mit nur einem Hundertstel des GPU-Energieverbrauchs; neuromorphe Chiparchitekturen für ereignisgesteuerte Datenverarbeitung mit deutlich reduziertem statischem Stromverbrauch; und föderiertes Lernen, das JUPITERs parallele Rechenkapazitäten nutzt, damit Tausende von Basisstationen kooperativ unter Wahrung der Privatsphäre lernen können.
Welchen Wettbewerbsvorteil hat Europa im globalen 6G-Rennen?
Europas Vorteile liegen in seiner tiefen Tradition der Grundlagenforschung und starken industriellen Fähigkeiten. Ericsson und Nokia halten Kernpatente in drahtlosen Kommunikationstechnologien, während EuroHPC erstklassige Supercomputing-Infrastruktur bietet. Horizon Europe hat über 900 Millionen Euro für 6G-Forschung bereitgestellt, wobei das von Ericsson geleitete Hexa-X-II-Projekt Ressourcen aus 25 Ländern bündelt.